
MAGNIFICAT
Der Lobgesang Mariens im Wandel der Zeiten
Kim André Arnesen gehört zu den weltweit meistgespielten zeitgenössischen Chorkomponisten. Er ist gewähltes Mitglied der Norwegischen Komponistengesellschaft und seit 2017 Hauskomponist des Verlags Boosey & Hawkes. Sein großes Interesse liegt, neben der Musik des Barock, auch in der zeitgenössischen Klassik sowie der populären Musik. Als studierter Pianist hätte die berufliche Laufbahn des in Norwegen geborenen Musikers viele Wendungen nehmen können. Doch wurde die Chormusik zu seiner großen Leidenschaft.
Arnesen vergleicht das Schreiben von Musik mit dem Beten: „Es ist eine spirituelle Erfahrung. Sie entwickelt sich also ständig, basierend auf dem Leben und dem, was gerade zählt.“ (Church Times, 2021)
Seine erste große Komposition für Chor und Orchester wurde 2014 veröffentlicht: MAGNIFICAT. Sie beginnt mit einer schlichten, melancholisch anmutenden Einleitung und entwickelt eine eigene innige Atmosphäre, die sie von den bekannten Magnificat-Vertonungen deutlich unterscheidet. Arnesen über seine Komposition:
„Einige dieser sehr kraftvollen Erfahrungen, wie die Erfahrung der Jungfrau Maria, die frühe Reaktion, einfach sehr glücklich und freudig zu sein – ich habe das Gefühl, dass in solchen Erfahrungen viel tiefere Gefühle liegen. Ich versuche, mich auf das Staunen und die große Verantwortung zu konzentrieren, die Maria wohl gefühlt haben muss. Ich weiß nicht, ob spontane Freude unbedingt das erste Gefühl war. Es ist so groß.“ (Church Times 2021)
Zu der Musik des 21. Jahrhunderts gesellt sich ein populäres Instrumentalwerk für Violine und Orgel von Joseph-Hector Fiocco und leitet über in die Musik des Barock. Aus dieser Epoche erklingt ein ‘Kleines Magnificat’ mit deutschem Text: ‘Meine Seele erhebt den Herren’ für Sopran, Flöte, Streicher und Basso continuo. Ursprünglich Johann Sebastian Bach zugeschrieben stammt das Werk aber aus der Feder von Georg Melchior Hoffmann, einem Zeitgenossen Bachs.
Festlich, brilliant und mitreißend – das Magnificat in D von Jan Dismas Zelenka für Sopran, Chor und Orchester. Flankiert von Holzbläsern, Trompeten und Pauke findet das Konzert mit dem Werk des Dresdner Hofkomponisten einen glänzenden Abschluss.
